Schönheit der Sprache

Das Schöne an einer hochgestochenen Sprache, die möglichst schon Gesetzesformulierungen vorweg nimmt ist ja, dass sie Dinge verschleiert, die sonst viel häßlicher klingen würden. Mit ihr kann man auch böse Sätze in wohlklingende Konstrukte umwandeln – es ist ganz einfach.
So macht es zum Beispiel die Trennung von Amt und Person möglich, in der Aussage für sich selbst etwas zu fordern und dabei mit der Sprache immer noch für das Land zu reden:

Zudem sollten Innen- und Verteidigungsministerium eine „Eilkompetenz“ für den Einsatz der Armee im Inland zugesprochen bekommen. Gelten sollte dies in „extremen Ausnahmesituationen“, so der Bericht.

(Berliner Umschau: Schäuble will Grundgesetzänderung für Bundeswehr im Inneren)
Das sagt wer? Der Innenminister, genau. Fragt sich, wer die „extremen Ausnahemsituationen” definiert. Vielleicht das Ministerium des Inneren?

Sagen wir es im Klartext: Nach obigem Zitat aus der Berliner Umschau möchte Herr Schäuble darüber entscheiden, wann die Bundeswehr im Inland eingesetzt wird.

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