Die Verwirrung bleibt groß - die SPD fragt nach

So langsam kristalisiert sich ja heraus, dass es „den Bundestrojaner” in der Form, wie ihn sich die meisten erst einmal vorgestellt haben nicht geben wird. In Kurzform war es ja hier schon in einem Kommentar beschrieben: statt eines herkömlichen Trojaners, der per eMail o.ä. kommt, wird ein speziell für die zu durchsuchende Festplatte geschriebenes Programm installiert – zu diesem Zweck ist zweimal physischer Zugriff auf den PC nötig – news.cybernetz.org beschreibt es noch einmal genauer:

Dort sitzen etwa 150 indische Programmierer, die individuell auf Ihr System eine Software programmieren.

Na, dann wollen wir mal hoffen, dass sich unter die Inder nicht der ein oder andere böse Afghane eingeschlichen hat. Wer hier irgendwo Sarkasmus findet darf ihn übrigens gerne behalten.

Fragenkatalog der SPD

Parallel dazu taucht bei Markus Hansen eine Anfrage der SPD auf – genauer: ein Fragenkatalog mit 45 Fragen zum Thema Online-Durchsuchung für eine Anhörung des Bundesinnenministeriums am 27. August in Berlin. (Die Fragen lassen sich bei Markus als PDF herunterladen)

Darin finden sich einige gute Fragen, die zeigen, dass man sich auch technisch mit dem Thema beschäftigt hat…:

Die Erkenntnisse lassen sich nicht beweissicher speichern. Welchen Beweiswert soll eine solche Online-Dursuchung haben und wie soll die Beweissicherheit herhergestellt werden?
[…]
Sind sie der Meinung, dass Gerichte in Deutschland tatsächlich in der Lage sind, anhand des Quellcodes einer Software deren korrekte Funktion zu beurteilen?

… andere Fragen deuten dauf hin, dass das geplante und oben beschriebene Verfahren (noch?) nicht bekannt war.

Teilweise erinnert mich das alles an einen James Bond-Film: Verwirren, wo es eben nur geht. Im Dienst der guten Sache natürlich.

Eine Reaktion zu “Die Verwirrung bleibt groß - die SPD fragt nach”:

  1. 1. Die Antworten des BMI - Arsch Hoch:

    […] einigen Tagen war ein Fragenkatalog der SPD an das BMI aufgetaucht – nun findet man auch die Antworten des BMI als PDF bei netzpolitik.org. […]

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