Bekommt der Datenschutz eine Lobby?

Der letztens bekannt gewordene Datenschutz-Skandal zieht weitere Kreise:

Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen wurden in einem Scheingeschäft sechs Millionen Datensätze angeboten. Vier Millionen davon enthielten Kontonummern. In Kiel tauchte am Montag eine neue CD mit mehr als 130.000 illegalen Datensätzen aus Call-Centern auf. 70.000 davon enthielten Kontoangaben, die von Lotterieveranstaltern stammten.

Und so geschieht das, worauf man nicht mehr zu hoffen gewagt hat: Es werden Stimmen laut, die schärfere Datenschutzgesetz fordern. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar sprach klare Worte:

Jetzt müsse auch dem Letzten klargeworden sein, dass Daten einen erheblichen wirtschaftlichen Wert hätten und nicht alle, die damit umgingen, sich an Recht und Gesetz hielten. „Das Sanktionensystem des Bundesdatenschutzgesetzes ist so löchrig wie ein Schweizer Käse”, kritisierte Schaar.[…]
Schaar forderte ebenso wie der Vizevorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Bernd Carstensen, eine bessere personelle Ausstattung, um Datenmissbrauch entdecken und verfolgen zu können.

(Zeit: Datenschützer und Politiker fordern Sanktionen)

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