Bei Lidl nicht mit EC-Karte zahlen?

Wie so oft bei allen Themen rund um Datenschutz hat man in den letzten Tagen zwar oft etwas Empörung über die Überwachungsaktionen bei Lidl gehört – aber irgendwie war das doch immer noch weit weg. Schließlich wurden Mitarbeiter überwacht und keine Kunden, so konnte man hören.

Für alle, die noch nicht darüber nachgedacht haben, warum eine Gesellschaft, in der Kameraüberwachung zur Normalität gehört für alle schädlich ist – und nicht nur für die, die das primäre Ziel der Aktionen sind liefert die Süddeutsche Zeitung heute wieder ein kleines Argument:

Die heimlich aufgenommenen Überwachungsvideos verunsichern derzeit viele Kunden des Discounters Lidl. Die Verbraucher befürchten, dass beim Bezahlen mit der EC-Karte auch ihre Geheimnummer gefilmt wurde. […] „Selbst wenn Lidl diese nicht selbst verwendet, wer garantiert für die Überwachungsfirma, die meist unterbezahltes Personal ohne große Ausbildung beschäftigt?”, fragt etwa eine besorgte Frau aus Berlin in einem Internet-Verbraucherforum.

Lidl hatte – so die SZ – Kunden gegenüber geschrieben

Durch die Videoaufnahmen „ist die Aufzeichnung Ihrer Pin-Eingabe nicht vollständig auszuschließen. Wenn Sie dies vermeiden wollen, müssen Sie den Eingabevorgang mit der Hand abdecken.”

Nach Meinung mehrerer Juristen ein Eingeständnis, dass Lidl das Risiko für die Kunden in Kauf genommen hat.
Und so rät auch die Verbraucherzentrale NRW:

Wir raten Verbrauchern dringend ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen.

(Alle: Süddeutsche Zeitung: Lidl-Kunden fühlen sich bespitzelt)

Hier wird eines der Grundprobleme klar: Egal, wie rechtmäßig abgesichert und gut die ursprünglichen Gründe für eine Datensammlung auch immer sind: Sind erst einmal Daten an einer Stelle zentral gespeichert, weiss man nicht, was noch alles damit passiert. Und man kann nicht sicher sein, wer sie alles in die Finger bekommt. Und das geht alle an.

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